Wie schlägt sich eine LiThink 12,8V 100Ah LiFePO₄ Batterie mit Bluetooth und Selbstheizung bei Kälte, hoher Last und einem echten Kapazitätstest?
YouTuber Krzysiek Raus hat genau das untersucht. Statt sich nur auf Herstellerangaben zu verlassen, testete er die Batterie bei niedrigen Temperaturen, öffnete das Gehäuse, prüfte die Bluetooth-App, führte einen vollständigen Kapazitätstest durch und belastete den Akku anschließend mit Leistungen bis über 2.000 Watt.
Im Video „LiFePO4 z Matami Grzewczymi - LiThink 100AH Bluetooth - TEST“ steht vor allem eine Frage im Mittelpunkt: Was bringt die integrierte Selbstheizung im Winter wirklich – und hält der Akku auch bei hoher Belastung, was die technischen Daten versprechen?
1. Was wurde getestet?
Im Mittelpunkt des Videos steht eine LiThink LiFePO₄ Batterie mit 12,8V und 100Ah. Das getestete Exemplar verfügt über Bluetooth, eine automatische Heizfunktion und einen im Video angegebenen 120A BMS.
Besonders interessant ist die Batterie für Anwendungen, bei denen niedrige Temperaturen eine Rolle spielen. Der Tester nennt dabei unter anderem den Einsatz auf Angelbooten und mit Trolling-Motoren, bei denen ein Akku über längere Zeit in einem kalten Bootsschuppen oder Außenbereich gelagert werden kann.
Krzysiek erklärt zu Beginn des Videos, dass LiThink ihm die Batterie für die Zusammenarbeit zur Verfügung gestellt hat. Gleichzeitig betont er, dass es kein vorgegebenes Skript gab und auch kritische Punkte im Test angesprochen werden konnten.
2. Technische Daten des getesteten Modells
Neben 100Ah Kapazität fällt im Video besonders der BMS auf. Während viele 100Ah LiFePO₄ Batterien laut Tester auf etwa 100A Dauerentladung ausgelegt sind, wird das getestete LiThink Modell mit 120A Dauerstrom beschrieben.
Bei 12,8V entspricht das rechnerisch einer kontinuierlichen Leistung von etwa 1.536 Watt. Zusätzlich nennt die Anleitung verschiedene kurzzeitige Stromgrenzen.
120A kontinuierlich
Der im Video getestete Akku ist laut Anleitung für 120A kontinuierlichen Entladestrom ausgelegt.
200A
Für kurze Lastspitzen werden laut der im Video gezeigten Anleitung bis zu 200A für zehn Sekunden angegeben.
500A
Für sehr kurze Spitzenlasten nennt die Anleitung bis zu 500A für eine Sekunde.
Der Tester misst außerdem ein Gewicht von rund 11,1 kg. Die Abmessungen werden im Video mit ungefähr 34 × 19,5 × 22 cm beschrieben.
Dieser Blog beschreibt das im Video getestete Exemplar. LiThink entwickelt seine Produkte kontinuierlich weiter, deshalb können technische Daten des aktuell angebotenen Modells von der im Video gezeigten Version abweichen.
3. Selbstheizung im Kältetest
Die Selbstheizung ist der zentrale Punkt des Videos. Der Akku wurde vor dem Test mehrere Stunden draußen gelagert, bis die interne Temperatur unter 5°C gefallen war.
Laut der im Test verwendeten Anleitung arbeitet die Heizung abhängig von der Zelltemperatur unterschiedlich:
In diesem Temperaturbereich startet die Heizfunktion, während gleichzeitig bereits ein kleiner Teil der Ladeleistung in die Batterie fließen kann.
Bei noch niedrigeren Temperaturen wird laut Erklärung zunächst geheizt, bevor der eigentliche Ladevorgang startet.
Nach Erreichen von etwa 15°C beendet die Batterie den Heizvorgang und kann die verfügbare Ladeleistung vollständig zum Laden nutzen.
Die Heizmatten benötigen laut Video ungefähr 117 Watt. Da der Tester ein 10A Ladegerät verwendete, floss zu Beginn fast die gesamte Ladeleistung in die Heizung.
Die Heizfunktion funktionierte im Test wie vorgesehen
Bei einer Außentemperatur um 0°C stieg die interne Batterietemperatur innerhalb von rund 13 Minuten auf etwa 15°C. Danach wurde die Heizleistung beendet und das 10A Ladegerät konnte praktisch seine volle Leistung zum Laden nutzen.
Mit einer Wärmebildkamera konnte der Tester außerdem erkennen, dass die Heizbereiche im Inneren tatsächlich aktiv wurden.
Gerade bei Booten, Außeninstallationen oder anderen Anwendungen, bei denen eine LiFePO₄ Batterie im Winter kalt gelagert wird, kann diese Funktion den Unterschied machen: Die Batterie muss vor dem Laden nicht erst manuell in einen warmen Raum gebracht werden.
4. Bluetooth-App im Praxiseinsatz
Die Batterie verfügt über Bluetooth und lässt sich mit der LiThink App verbinden. Im Test nutzt Krzysiek die App während der Heiz-, Lade- und Belastungstests direkt zur Kontrolle der Batterie.
SOC, Spannung und Strom
Ladezustand, Batteriespannung, Stromfluss und aktuelle Leistung können direkt in der App verfolgt werden.
Temperaturüberwachung
Gerade beim Heiztest konnte die steigende interne Temperatur direkt auf dem Smartphone beobachtet werden.
Zellspannungen
Die App zeigt auch die einzelnen Zellspannungen und weitere Batteriedaten übersichtlich an.
Zusätzlich sind in der App Schalter für Laden und Entladen vorhanden. Der Tester beschreibt die Anwendung als einfach, sauber und übersichtlich.
Die Bluetooth-Verbindung war nicht nur ein Zusatzfeature. Während des Videos wurde sie aktiv genutzt, um Temperatur, Leistung, verbleibende Kapazität und das Verhalten des BMS während hoher Belastung zu verfolgen.
5. Blick ins Innere der Batterie
Ein ungewöhnlicher Teil des Videos ist die Öffnung des Batteriegehäuses. Viele LiFePO₄ Batterien sind verklebt und lassen sich ohne Beschädigung nur schwer öffnen. Beim getesteten LiThink Modell ist der Deckel dagegen verschraubt.
Nach dem Entfernen der Abdeckungen und Schrauben konnte Krzysiek einen direkten Blick auf die interne Konstruktion werfen.
EVA-ähnliche Polsterung
Rund um die Zellen erkennt der Tester viel Polstermaterial, das mechanische Bewegungen und Vibrationen reduzieren soll.
Heizmatten um die Zellen
Im geöffneten Gehäuse sind gelbliche Heizelemente beziehungsweise Heizmatten sichtbar, die rund um den Zellblock angeordnet sind.
Mechanische Einfassung
Der Zellblock sitzt in einer stabilen internen Konstruktion, die der Tester insgesamt als solide wirkend beschreibt.
Der Tester macht dabei ausdrücklich deutlich, dass dies sein erster selbst geöffneter LiFePO₄ Akku war und er die interne Konstruktion deshalb eher zeigt als technisch abschließend bewertet.
6. Realer Kapazitätstest
Nach dem Heiztest folgt einer der wichtigsten Punkte des Videos: die tatsächlich nutzbare Kapazität.
Die Batterie wurde vollständig geladen und anschließend mit einer elektronischen Last entladen. Ziel war es zu prüfen, ob der als 100Ah deklarierte Akku diese Kapazität in der Praxis auch wirklich erreicht.
Die Nennkapazität wurde erreicht und überschritten
Noch bevor der Tester die Batterie vollständig bis zur BMS-Abschaltung entladen hatte, zeigte das Messgerät bereits mehr als 101Ah. Er beendet den Versuch anschließend bewusst, da die deklarierte Kapazität bereits eindeutig erreicht war.
7. Belastungstest bis über 2.000 Watt
Nachdem Kapazität und Heizfunktion überprüft waren, ging es an die Belastungsgrenzen des BMS.
Für den Test verwendete Krzysiek einen Wechselrichter und eine Heißluftpistole mit zwei Leistungsstufen.
Rund 1.050 Watt
Bei etwa 1kW lief das System stabil. Die App zeigte ungefähr 1.047 Watt Leistung.
Über 2.200 Watt
Kurzzeitig wurden mehr als 2.200 Watt erreicht – deutlich oberhalb der normalen Dauerleistung des getesteten 120A Systems.
Schutzabschaltung
Nach der vorgesehenen Überlastzeit trennte der BMS die Last und stellte die Funktion nach kurzer Wartezeit automatisch wieder her.
Beim erneuten Versuch hielt die Batterie die hohe Last ungefähr im Bereich der in der Anleitung genannten Kurzzeitbelastung, bevor der Schutz erneut reagierte.
Der Test zeigt nicht nur, dass kurzzeitig hohe Leistungen möglich sind. Ebenso wichtig ist, dass der BMS bei Überlast eingreift und sich das System anschließend wieder erholt.
Zusätzlich ließ der Tester die Batterie etwa zehn Minuten lang mit ungefähr 1kW arbeiten. Danach lag die gemessene interne Temperatur laut App bei nur rund 18°C und das System arbeitete weiterhin stabil.
8. Praxistest mit einem 3D-Drucker
Zum Abschluss wollte Krzysiek nicht nur mit elektronischen Lasten arbeiten, sondern die Batterie in einem echten Alltagsszenario einsetzen.
Dazu versorgte er über einen Wechselrichter einen Creality K2 Plus 3D-Drucker. Beim Aufheizen kann der Drucker kurzzeitig ungefähr 1.200 Watt aufnehmen, während der Verbrauch im laufenden Druck deutlich niedriger liegt.
Noch 35% Restkapazität nach dem Druck
Der Test startete laut Video mit etwa 82% Batterieladung. Nach einem erfolgreichen Druck von zwei Stunden und 42 Minuten zeigte die App noch ungefähr 35% Restkapazität an.
Damit demonstrierte der Test nicht nur eine kurze hohe Last, sondern auch eine längere praktische Stromversorgung mit wechselnder Leistungsaufnahme.
9. Fazit des Tests
Krzysiek fasst den Akku am Ende des Videos positiv zusammen. Besonders hervorgehoben werden die tatsächlich erreichte Kapazität, die funktionierende Selbstheizung, Bluetooth-Überwachung und die hohe Belastbarkeit des getesteten 120A BMS.
Der größte Vorteil der Heizfunktion zeigt sich seiner Einschätzung nach vor allem dann, wenn die Batterie nicht dauerhaft in einem warmen Innenraum steht, sondern beispielsweise auf einem Boot oder an einem anderen kalten Einsatzort verwendet wird.
Reale Kapazität
Die angegebene 100Ah Kapazität wurde im praktischen Entladetest erreicht und leicht überschritten.
Selbstheizung
Bei kalter Batterie erwärmte das System die Zellen automatisch und wechselte anschließend auf volle Ladeleistung.
Belastbarkeit
Hohe Dauerlasten liefen stabil, während der BMS bei Überlast kontrolliert abschaltete und sich anschließend wieder aktivierte.
Den vollständigen Test ansehen
Im Video von Krzysiek Raus sehen Sie den kompletten Heiztest, die Bluetooth-App, den geöffneten Akku, den Kapazitätstest sowie die Belastungsversuche direkt in der Praxis.
Der Videotest bezieht sich auf das damals getestete 100Ah Modell mit 120A BMS. Technische Daten und Ausstattung des aktuell angebotenen LiThink Modells können aufgrund laufender Produktweiterentwicklung abweichen. Bitte beachten Sie deshalb die aktuellen Angaben auf der Produktseite.
Unabhängiger Praxistest statt reiner Datenblattvergleich
Dieser Test ist besonders interessant, weil mehrere Eigenschaften der Batterie tatsächlich in der Praxis überprüft wurden: Kaltstart der Heizfunktion, reale Kapazität, Bluetooth-Überwachung, interne Konstruktion, hohe Last sowie längere Nutzung an einem realen Verbraucher.
Damit liefert das Video einen deutlich umfassenderen Eindruck davon, wie sich eine selbstheizende LiFePO₄ Batterie unter realen Bedingungen verhält.





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