12V 100Ah LiFePO4 für Trolling Motor – reicht das für einen ganzen Angeltag?


  • Hallo zusammen,

    ich überlege gerade, meine alte Blei- bzw. AGM-Batterie für den Trolling Motor gegen eine 12V 100Ah LiFePO4-Batterie zu tauschen.

    Ich fahre meistens auf Seen und langsameren Flüssen, hauptsächlich zum Spinnfischen und Schleppangeln. Der Motor läuft nicht dauerhaft auf Vollgas, eher viel auf niedriger bis mittlerer Stufe. Trotzdem möchte ich ungern mitten am Tag ohne Strom dastehen.

    Meine Fragen wären:

    Reicht eine 12V 100Ah LiFePO4 für einen ganzen Angeltag mit Trolling Motor?
    Merkt man den Gewichtsunterschied im Boot wirklich so stark?
    Und wie wichtig ist IP67 bei einer Batterie, wenn sie im Angelboot genutzt wird?

    Bei mir kommt schon mal Spritzwasser rein, und beim Ein- und Ausladen steht die Batterie auch mal kurz auf feuchtem Boden. Deshalb wäre mir Staub- und Wasserschutz schon wichtig.

    Hat jemand hier praktische Erfahrungen?



  • Moin,
    ich nutze seit letztem Jahr eine 12V 100Ah LiFePO4 an meinem Trolling Motor. Für meine Nutzung reicht das locker für einen Angeltag.
    Wichtig ist aber, wie du fährst. Wenn du den Motor dauerhaft auf höchster Stufe laufen lässt, ist jede Batterie irgendwann leer. Aber beim normalen Angeln, also Spots anfahren, langsam korrigieren, Position halten und zwischendurch treiben lassen, hält 100Ah ziemlich lange.
    Der größte Unterschied zur AGM ist für mich das Gewicht. Meine alte Batterie war ein richtiger Klotz. Die LiFePO4 kann ich mit einer Hand ins Boot stellen. Das merkt man besonders, wenn man allein unterwegs ist.


  • Kommt stark auf deinen Motor und die Fahrweise an.
    Bei niedriger Stufe zieht ein Trolling Motor oft deutlich weniger Strom als viele denken. Auf Vollgas kann es natürlich schnell Richtung 30A, 40A oder mehr gehen, je nach Motor. Dann wären 100Ah theoretisch schneller weg.
    Aber beim Angeln fährt man ja selten stundenlang Vollgas. Ich nutze meinen Bugmotor meistens zum Korrigieren der Drift oder zum langsamen Versetzen. Dafür ist eine 100Ah LiFePO4 schon sehr angenehm.
    Ich würde sagen: Für einen normalen Angeltag ja. Für Dauer-Vollgas über viele Stunden eher nicht.


  • Ich würde bei einer Batterie fürs Boot definitiv auf IP67 achten.
    Klar, man sollte eine Batterie nicht absichtlich baden gehen lassen. Aber im Boot hast du immer Feuchtigkeit: Regen, Spritzwasser, nasse Hände, Schlamm, Sand, Köderreste, Staub beim Transport usw.
    Meine erste günstige Lithiumbatterie hatte keinen vernünftigen Schutz. Nach einer Saison sahen die Anschlüsse und das Gehäuse nicht mehr schön aus.
    IP67 ist für mich kein Marketing-Gag, sondern gerade beim Angelboot sinnvoll. Besonders wenn die Batterie nicht fest in einer komplett trockenen Box verbaut ist.


  • Danke euch schon mal.
    Ich fahre wirklich selten Vollgas. Meistens nutze ich den Motor nur, um am Spot zu bleiben oder langsam am Ufer entlangzufahren. Der See ist nicht riesig, aber ich bin oft 6–8 Stunden draußen.
    Dann klingt 12V 100Ah LiFePO4 eigentlich passend.
    Beim Gewicht bin ich auch sehr interessiert. Meine aktuelle AGM ist einfach nervig schwer, besonders wenn ich allein das Boot belade.
    Wegen IP67: Die Batterie würde zwar in einer Box stehen, aber ganz trocken bleibt im Angelboot natürlich nichts.


  • @biolo Achte neben 100Ah auch auf den BMS-Strom.
    Für einen Trolling Motor brauchst du nicht nur Kapazität, sondern die Batterie muss den Strom auch sauber liefern können. Wenn der Motor bei höherer Stufe ordentlich zieht, sollte der BMS nicht zu schwach ausgelegt sein.
    Für normale 12V Trolling Motoren ist eine gute 100Ah LiFePO4 meistens passend, aber ich würde immer prüfen:
    Maximaler Strom vom Motor
    Dauerentladestrom der Batterie
    Anschlusskabel und Sicherung
    Wasserschutz und Gehäuse
    Wenn das zusammenpasst, ist LiFePO4 fürs Angelboot meiner Meinung nach klar besser als AGM.


  • Ich angle viel mit dem E-Motor auf Stauseen. Eine 100Ah LiFePO4 reicht mir meistens für den ganzen Tag.
    Ich fahre aber fast nie lange Vollgas. Beim Vertikalangeln oder Spinnfischen läuft der Motor oft nur kurz oder auf niedriger Stufe. Genau da spielt LiFePO4 ihre Stärke aus: konstante Spannung, weniger Gewicht, gute nutzbare Kapazität.
    Wenn du natürlich 8 Stunden gegen starken Wind auf höchster Stufe fährst, sieht es anders aus. Aber das ist nicht die normale Nutzung beim Angeln.@kodef 


  • Ich komme aus den Niederlanden und nutze mein Boot oft auf Kanälen. Bei uns ist das Wetter selten komplett trocken.
    Für mich war IP67 ein wichtiges Argument. Im Boot gibt es immer Wasser: Regenjacken tropfen, der Kescher ist nass, die Hände sind nass, manchmal kommt Spritzwasser über die Seite.
    Ich würde keine Batterie mehr nehmen, die nur für trockene Innenräume gedacht ist. Für Wohnmobil vielleicht okay, aber im Angelboot sollte das Gehäuse wirklich robust und gut geschützt sein.


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